Am 24. Juni 2026 fand die Eröffnung der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt statt. Zahlreiche Literaturbegeisterte – natürlich auch die zur Lesung Nominierten – hatten sich im Garten des ORF-Landesstudios Kärnten in der Sponheimer Straße eingefunden und lauschten der Rede der deutschen Schriftstellerin Helga Schubert mit dem Titel „Und führe uns nicht in Versuchung“.
Helga Schubert, geb. 1940, veröffentlichte bereits in der DDR Kinderbücher und Prosa, aber auch Theaterstücke sowie Hör- und Fernsehspiele. Sie wurde bis 1989 vom Ministerium für Staatssicherheit observiert, da sie mit weiteren ‚verdächtigen‘ Autoren an einer Anthologie mitarbeitete. Nach dem Fall der Berliner Mauer veröffentlichte Schubert „Judasfrauen“, d. s. Fallgeschichten über Denunziantinnen im Dritten Reich. 1980 konnte sie einer Einladung nach Klagenfurt nicht nachkommen, da sie keine Reiseerlaubnis erhielt, ab 1987 gehörte sie jedoch einige Jahre der Jury an. Vor sechs Jahren (2020) erhielt sie den Hauptpreis in Klagenfurt für einen Preis, den sie als Hommage an Bachmanns Erzählung „Das dreißigste Jahr“ bezeichnete.
Wir strahlen diese Aufzeichnung mit freundlicher Genehmigung des ORF aus.
Demnächst wird es in dieser Sendung weitere Mitschnitte von den TDDL zu hören geben.
Diese Sendung wird am SO, 12. 7., um 12 Uhr und am MI, 15. 7., um 22 Uhr wiederholt.