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DO, 5. 11. 2026, 8 Uhr: Buchpräsentation „Fremdvölkische Kinderheime“ in „Oberdonau“ * Julia Jost * Joesi Prokopetz

Im Mai 2026 war es endlich soweit: Das Buch über ein bedrückendes Kapitel unserer jüngeren Vergangenheit, nämlich eine Bestandsaufnahme der derzeit bekannten so genannten „Fremdvölkischen Kinderheime“ in „Oberdonau“ (die Bezeichnung für Oberösterreich während der NS-Zeit, wurde in Spital am Pyhrn vorgestellt. In Spital am Pyhrn deshalb, weil dort im März 1943 das erste derartige Kinderheim eingerichtet wurde (dem noch zahlreiche im ‚Altreich‘ folgten, die teilweise noch nicht endgültig erforscht sind). Bis Kriegsende starben dort 47 Babys an ungenügender Ernährung bzw. Vernachlässigung. In der Sendung sind Ausschnitte dieser Buchvorstellung zu hören: Zu Wort kommen die Obfrau des Vereins „Fremdvölkisches Kinderheim Spital am Pyhrn“, Susanne Lammer, Florian Schwanninger vom Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim, Martin Kranzl-Greinecker, Chefredakteur des Fachverlags ‚Unsere Kinder‘ und Vorstandsmitglied des Mauthausen-Komitees, sowie die Historikerin Gabriela Hauch, die im Auftrag der VÖEST rund um das Jahr 2000 in einer unabhängigen Historiker_innenkommission mitarbeitete. – Das Buch ist im Frühjahr 2026 im Studienverlag erschienen. (Beitragsbild: Buchcover Studienverlag)

Weitere Buchtipps dazu in diesen Tagen, wo wir an die Novemberpogrome gegen die jüdische Bevölkerung vor 88 Jahren denken und diese furchtbaren Ereignisse nie vergessen wollen: Ebenfalls mit den Schicksalen der Kinder in fremdvölkischen Kinderheimen beschäftigt sich der Roman Vielleicht hätte ich eine Familie. Vielleicht hat jemand um mich geweint von Maria Prieler-Woldan, erschienen im Studienverlag 2023. – Und 2025 erschien im Drava Verlag ein großformatiger Bildband Dunkles Erinnern von Heiner Hammerschlag, Geschichte und Geschichten von Manfred Bockelmann, geb. im Kriegssommer 1943 in Klagenfurt. Darin befinden sich Abbildungen von Kindern und Jugendlichen, die im Nationalsozialismus ermordet wurden. Er versucht damit, zumindest einigen dieser Opfer ein Gesicht und ein Andenken zu geben und sie aus dem Vergessen zu reißen.

Außerdem hat Siegmund Klakl für unsere Zuhörer_innen folgende Bücher gelesen und besprochen: Julia Jost Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht, erschienen 2024 bei Suhrkamp: Ein sprachgewaltiger „Heimatroman“, in dem die Autorin sich vor allem die braunen Flecken des Nationalsozialismus vornimmt, die sich in manchen Alpentälern bis in die 80er-Jahre gehalten haben. Aus der Sicht einer 11-jährigen wird die Kindheit im Schatten der Karawanken mit all den sonderbaren Figuren beleuchtet. – Und von Joesi Prokopetz: Die Blume aus dem Gemeindebau, erschienen in der Edition a: Ein sehr spezieller Krimi von Joesi Prokopetz, dem Schöpfer des „Hofa“ und zahlreicher anderer Kultlieder von Wolfgang Ambros. Mit der Blume aus dem Gemeindebau wagt er sich in das Genre ‚Kriminalroman‘, und wer dem Wiener Schmäh und der bildreichen Sprache etwas abgewinnen kann, wird sich amüsieren. Eine knallharte Geschichte aus dem Milieu der Wiener Halbwelt in den 70er-Jahren.

Diese Sendung „Freequenns Literatouren“ wird zu folgenden Terminen wiederholt: SO, 8. 11. 2026, 12 Uhr, und MI, 11. 11. 2026, 22 Uhr. Außerdem können die Beiträge nach der Erstausstrahlung in unserem Literaturarchiv permanent nachgehört werden.

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