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RAINHARD FENDRICH
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DO, 9. 7. 2026, 8 Uhr – „Und führe uns nicht in Versuchung“ – Klagenfurter Rede zur Literatur 2026 mit Helga Schubert

Am 24. Juni 2026 fand die Eröffnung der 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt statt. Zahlreiche Literaturbegeisterte – natürlich auch die zur Lesung Nominierten – hatten sich im Garten des ORF-Landesstudios Kärnten in der Sponheimer Straße eingefunden und lauschten der Rede der deutschen Schriftstellerin Helga Schubert mit dem Titel „Und führe uns nicht in Versuchung“.

Helga Schubert, geb. 1940, veröffentlichte bereits in der DDR Kinderbücher und Prosa, aber auch Theaterstücke sowie Hör- und Fernsehspiele. Sie wurde bis 1989 vom Ministerium für Staatssicherheit observiert, da sie mit weiteren ‚verdächtigen‘ Autoren an einer Anthologie mitarbeitete. Nach dem Fall der Berliner Mauer veröffentlichte Schubert „Judasfrauen“, d. s. Fallgeschichten über Denunziantinnen im Dritten Reich. 1980 konnte sie einer Einladung nach Klagenfurt nicht nachkommen, da sie keine Reiseerlaubnis erhielt, ab 1987 gehörte sie jedoch einige Jahre der Jury an. Vor sechs Jahren (2020) erhielt sie den Hauptpreis in Klagenfurt für einen Text, den sie als Hommage an Bachmanns Erzählung „Das dreißigste Jahr“ bezeichnete.

Wir strahlen diese Aufzeichnung mit freundlicher Genehmigung des ORF aus.

Demnächst wird es in dieser Sendung weitere Mitschnitte von den TDDL zu hören geben.

Diese Sendung wird am SO, 12. 7., um 12 Uhr und am MI, 15. 7., um 22 Uhr wiederholt.

DO, 2. 7. 2026, 8 Uhr: Freequenns Literatouren * Bachmannpreis * Christoph Szalay im Interview * neue Beiträge

Trotz quälender Sommerhitze starten wir voller Elan in den Sommer… (Summertime and the livin‘ is easy…)

Wir freuen uns, eine neue ehrenamtliche Mitarbeiterin in unserem Team begrüßen zu dürfen: Elisabeth Schiller-Weihs (Foto: privat) aus Kärnten/Wien/Gröbming wird die Bandbreite und Vielfalt unserer Sendung noch erweitern, wenn sie ihre langjährige Begeisterung für Literatur ab nun mit uns allen teilt. In einem Gespräch mit Hilde spricht sie über ihre literarischen Vorlieben und präsentiert anschließend zusammen mit Siegmund Klakl ihren ersten Literatouren-Beitrag: Die beiden sind unisono von dem Roman „Wer ist Martha?“ der ukrainischen Autorin Marjana Gaponenko begeistert und stellen ihn in Doppelconférence vor… Spitzen Sie die Ohren!

Die TDDL – Tage der deutschsprachigen Literatur – 2026 sind bereits wieder Geschichte. Es ist dies das mit Sicherheit bedeutendste Literaturfestival im deutschen Sprachraum und während dieser wenigen Tagen tummelt sich dort fast alles, was in Sachen deutscher Literatur Rang und Namen hat. 14 Autorinnen und Autoren wurden eingeladen, ihre Texte zu präsentieren. Daneben gab es ein reichhaltiges Rahmenprogramm, das diesmal auch die Freequenns-Redakteurin Hilde Unterberger einige Tage genießen durfte. Sie hat von diesem Literatur-Trip nach Klagenfurt viele Eindrücke mitgebracht – und außerdem ein Interview mit Christoph Szalay aus Haus im Ennstal; auch er wurde eingeladen, vor Jury und Publikum seinen Text zu präsentieren.

Und schließlich hören wir noch eine Rezension von Siegmund Klakl, der von Michael Köhlmeier den Roman Die Verdorbenen gelesen hat. Es ist dies die Geschichte einer Dreiecksbeziehung ohne Liebe und Leidenschaft, in die ein 70jähriger eher zufällig hineingerät und die einige Überraschungen bereit hält.

Demnächst wird es in dieser Sendereihe Beiträge von den TDDL zu hören geben, z. B. die Eröffnungsrede von Helga Schubert und natürlich auch den Text von Christoph Szalay. Es handelt sich um Mitschnitte des ORF und wir bedanken uns herzlich für die Genehmigung der Ausstrahlung. – Beachten Sie in diesem Zusammenhang unsere Programmhinweise bzw. die Informationen auf Website und Social Media.

Und wie immer: Die Beiträge sind nach der Erstausstrahlung im Literaturarchiv permanent nachhörbar. Die Sendung wird am Sonntag, 5. 7., um 12 Uhr und am Mittwoch, 8. 7., um 22 Uhr wiederholt.

DO, 11. 6. 2026, 8 Uhr: Freequenns Literatouren: #igfem im Ennstal * Marjane Satrapi * Sophia Klink: Kurilensee

In der aktuellen Ausgabe unserer Literatouren-Ausgabe spannen wir einen weiten Bogen von den engagierten schreibenden Frauen im Ennstal bis zur Halbinsel Kamtschatka. Aber der Reihe nach:

IG Fem – IG Feministische Autorinnen haben sich einige Tage in Admont bei einem Schreibretreat aufgehalten, dabei ließ frau die Geschichte und Atmosphäre des Benediktinerstiftes Admont auf sich wirken und widmete sich besonders der Stellung der Frauen im Nonnenkloster Admont (vom 12. – 16. Jh.), die in historischen Quellen und Abhandlungen kaum Beachtung findet. Einige Tage lang wurde in geschütztem Rahmen geschrieben, über die Texte diskutiert und diese schließlich im CCW Stainach einem interessierten Publikum vorgetragen. Die Aufzeichnung davon wird demnächst ebenso in der Sendung Freequenns Literatouren zu hören sein. In dieser Ausgabe kommen im Gespräch mit Literaturredakteurin Hilde Unterberger die Präsidentin von IG Fem Gerlinde Hacker und Aktivistin und Autorin Eva Surma zu Wort.

Außerdem gedenken wir in dieser Sendung der iranisch-französischen Comic-Autorin und -zeichnerin und Filmemacherin Marjane Satrapi, die vor wenigen Tagen in Paris nur 56jährig verstorben ist. Ihren größten Erfolg hatte sie mit ihrem Graphic Novel Persepolis, das auch verfilmt wurde. Dazu strahlen wir einen Beitrag unserer ehemaligen Literatouren-Kollegin Sandra Sach aus dem Jahr 2014 aus.

Und schließlich hat unser Kollege Siegmund Klakl eine Rezension vorbereitet: „Kurilensee“ der Münchner Biologin und Autorin Sophia Klink. Es ist dies ihr Debüt und ein bewegender Roman über das bedrohte Ökosystem im äußersten Osten Russlands, auf der Halbinsel Kamtschatka: Protagonistin ist die Forscherin Anna, die während ihres Aufenthalts in jener Region viele ihrer Überzeugungen und selbst die Sinnhaftigkeit ihres Auftrags in Frage zu stellen beginnt…

Diese Sendung wird am SO, 14. 6., um 12 Uhr und am MI, 17. 6., um 22 Uhr wiederholt. Alle Beiträge sind außerdem nach der Erstausstrahlung in unserem permanenten Literaturarchiv zeitlich unbegrenzt nachhörbar. Auch die Sendungen mit IG Fem aus dem Jahr 2025 sind unter diesem Link auffindbar, hier die Direktlinks zur Sendung vom 16. 10. 2025 und Sendung vom 6. 11. 2025

Bilder: Autorinnen der IG Fem im Stift Admont (Fotocredit: igfem); Büchertisch

LOEW – Lebenswege einer jüdischen Familie: DO, 7. 5. 2026, und DO, 21. 5. 2026, 8 Uhr (Wh. jeweils am SO um 12 Uhr)

Im Februar 2026 wurde im voll besetzten Saal des Kinos Gröbming das Buch LOEW – Lebenswege einer jüdischen Familie von David und Paul Gulda präsentiert. Sie sind beide Söhne des bedeutenden österreichischen Pianisten und Komponisten Friedrich Gulda und der Schauspielerin Paola Loew. David Gulda gelang es im Dialog mit seinem Bruder Paul, auf eindrucksvolle und trotz schwerer Schicksalsschläge unterhaltsame Weise, die eigene wechselvolle Familiengeschichte der letzten zwei Jahrhunderte Revue passieren zu lassen. Dazu trug auch wesentlich Pauls virtuose Begleitung am Klavier bei.

Zu dieser außergewöhnlichen Benefiz-Veranstaltung kam es durch die Zusammenarbeit von Club Soroptimist Steirisches Ennstal – Gröbming mit dem Rotary Club Schladming, deren Ziel es war, ein Inklusionsprojekt von Special Olympics zu unterstützen. (Fotocredit kleines Foto: Club Soroptimist)

Unser Literaturredakteur Siegmund Klakl war bei dieser Buchpräsentation dabei; die Literaturredaktion bringt den Mitschnitt im Gedenken an das Ende des 2. Weltkriegs und die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen, die sich in diesen Tagen zum 81. Mal jähren. Niemals dürfen die unfassbaren Verbrechen, die damals geschehen sind, in Vergessenheit geraten, niemals wieder dürfen wir solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit zulassen!

Dieser umfangreiche Mitschnitt wird in zwei Teilen ausgestrahlt, Teil 1 am DO, 7. 5., um 8 Uhr, Teil 2 am DO, 21. 5., ebenfalls um 8 Uhr. Die zeitnahen Wiederholungen erfolgen jeweils am darauf folgenden Sonntag um 12 Uhr (also am 10.5. und am 24. 5. 2026).

Selbstverständlich sind beide Sendungen nach der Erstausstrahlung auch in unserem Literaturarchiv zeitlich unbegrenzt nachhörbar – und zwar unter diesem LINK – wie auch viele weitere Sendungen und Beiträge unserer Redaktion.

Das Buch ist im Böhlau Verlag erschienen und im gut sortierten stationären Buchhandel erhältlich.

Freequenns Literatouren – neue Sendezeit für Wiederholung: SO, 12 Uhr /// NEUE Buchvorstellungen

Alles neu macht der… APRIL!!! Wir haben uns entschlossen, für unsere Wiederholung eine neue Sendezeit zu wählen: Anstatt wie bisher am Mittwoch um 22 Uhr ist die Wiederholung ab dieser Woche am Sonntag um 12 Uhr – zur besten Sendezeit sozusagen!!! Die Erstausstrahlung bleibt für die Frühaufsteher_innen am Donnerstag um 8 Uhr! Diese Änderung gilt ab DO, 9. April 2026 – bitte vormerken!

Unsere Lesetipps in dieser Sendung: Siegmund Klakl hat für Sie gelesen: Bernhard Schlink – Das späte Leben sowie Percival Everett – James (eine Quasi-‚Wiederaufnahme‘ der Huckleberry Finn-Geschichte, so könnte man sagen…)

Martha Pesec-Foltin stellt das Buch bzw. den Roman „Pawlowa“ von Brian Sewell und ich habe für unsere interessierten Leser_innen den Roman der österreichischen Autorin Judith W. Taschler mit dem Titel „Sommer wie Winter“ gelesen.

Lassen Sie sich überraschen – über Reaktionen sowohl zur neuen Wiederholungszeit und auch inhaltlich zu den vorgestellten Büchern freuen wir uns! Danke im Voraus und wir hoffen, dass wir weiterhin mit ihren offenen Ohren rechnen können…

Die Beiträge sind wie immer so rasch wie möglich nach der Erstausstrahlung in unserem ständig wachsenden Literaturarchiv nachzuhören.

P. S.: Das wunderschöne Bild, das alle bibliophilen Herzen höher schlagen lässt, hab ich im Literaturhaus Wien in der Seidengasse aufgenommen, dessen Besuch ich wärmstens empfehlen kann. Es gibt dort auch regelmäßig Veranstaltungen und Ausstellungen.

DO, 5. 3. 2026, 8 Uhr: Eskalationsstufen von Barbara Rieger

Im November 2025, anlässlich der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“, stellte die österreichische Autorin Barbara RIEGER in der Stadtbibliothek St. Valentin/NÖ ihren Roman Eskalationsstufen, erschienen bei Kremayr & Scheriau, vor. Erzählt wird aus der Perspektive einer jungen selbstbewussten Frau namens Julia. Sie lernt den exzentrischen Maler Joe kennen, der charmant, faszinierend und Besitz ergreifend zugleich ist. Subtil wird ihre erste Begegnung und die sich anbahnende Beziehung geschildert – und auch ihr Schrecken, als Julia feststellt, dass Joe tote Frauen malt… Bald schon kommt es zu den ersten Grenzüberschreitungen von Seiten Joes, doch Julia legt sich eine Wahrheit zurecht , warum sie dennoch mit ihm zusammen ist. Es ist eine Gratwanderung zwischen vermeintlich großer Liebe (oder der Sehnsucht danach) und Abhängigkeit bis zu häuslicher Gewalt, wie sie vielfach bekannt ist: aus Medienberichten, Erzählungen von Frauen aus dem Umfeld oder auch aus eigenem Erleben.

ACHTUNG: Frauen-Helpline: 0800-222 555 oder hier mehr Info.

Die Ausstrahlung dieses Mitschnitts erfolgt natürlich im Hinblick auf den Internationalen Frauentag am 8. März. In der Steiermark finden im Rahmen des ‚FRAUEN*MÄRZ‘ eine Vielzahl von Veranstaltungen statt – hier ein Überblick.

Mehr Info über die Autorin Barbara Rieger bzw. über weitere Bücher und Lesungen.

Die Sendung wird am MI, 11. März 2026, um 22 Uhr auf Radio Freequenns wiederholt und ist nach der Erstausstrahlung im Literatouren-Archiv jederzeit nachhörbar.

DO, 19. 2. 2026, 8 Uhr: In memoriam Christian Berger (1956 – 2026)

Heute habe ich die traurige Aufgabe, bekanntzugeben, dass einer der Pioniere der österreichischen Freien Radioszene, Christian Berger, kürzlich verstorben ist. Er hat die Idee Freies Radio von Anfang an voran getrieben und dafür gebrannt und war auch selbst bis vor kurzem leidenschaftlicher Radiomacher. Er hatte aber auch die Gabe, andere Menschen, die ihn umgaben, zu begeistern und mitzureißen und vor allem: Er gab praktisch nie auf, sondern war ein guter Netzwerker und wusste immer wieder Wege, wie ein Ziel zu erreichen sei. Unter anderem hat er auch den jährlichen SCHULRADIOTAG der Freien Radios Österreichs ins Leben gerufen: So haben bereits tausende Schüler_innen durch eigenes Tun erfahren, wie eine Radiosendung produziert wird. Natürlich gibt es noch viel mehr Initiativen, die er gesetzt und Spuren, die er hinterlassen hat. – Nicht zuletzt war Christian Berger auch im Ennstal vor Ort und hat tatkräftig unterstützt, als eine Proponent_innengruppe dabei war, ein Freies Radio im Ennstal zu etablieren: anno 1999!

Seine Begeisterung galt jedoch auch der Literatur. Schon in der Anfangsphase der Freien Radios (etwa zur Jahrtausendwende) machte er sich mit einer Handvoll engagierter Gleichgesinnten regelmäßig zu den beiden großen Buchmessen (Frankfurt und Leipzig) auf: Dort haben sie am Stand der IG Autorinnen und Autoren Interviews bzw. Lesungen aufgenommen: Das Ergebnis ist ein überaus reichhaltiges Archiv zu zeitgenössischer Literatur unter dem Schlagwort LITERADIO, das allen Interessierten zur Verfügung steht. Dieses Angebot haben auch wir von der Literatouren-Redaktion von Radio Freequenns genutzt und regelmäßig Literaturbeiträge im Programm von Radio Freequenns ausgestrahlt.

DANKE, Christian, für die Begegnungen, Gespräche, Unterstützung und dein Engagement.

In der Literatouren-Ausgabe dieser Woche ist ein Telefoninterview von mir (Hilde Unterberger) mit Christian Berger aus dem Jahr 2011, aufgenommen bei der Frankfurter Buchmesse, und außerdem ein Literaturgespräch von ihm mit der bekannten österreichischen Autorin Eva Rossmann zu hören (ebenfalls aus dem Jahr 2011).

Diese Sendung wird am MI, 25. 2. 2026, um 22 Uhr wiederholt.

Hier zu den Nachrufen.

DO, 29. 1. 2026, 8 Uhr: Literatouren zum Holocaust-Gedenktag

Am 27. Jänner 2026 jährt sich zum 81. Mal die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. Dieser Tag wird seit 2005 als Holocaust-Gedenktag begangen. Die Gräuel durch den Nationalsozialismus an diesem und vielen anderen Orten in Europa waren unbeschreiblich. Die Erinnerung an den Holocaust muss bleiben, auch wenn es mittlerweile nur noch wenige Zeitzeug_innen gibt, die darüber berichten können. Diese Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur sind wichtig vor allem auch in einer Zeit, wo die Zahl der rechtsextremistischen Übergriffe erwiesenermaßen wieder im Steigen und antisemitische Witze, Beleidigungen und Handlungen mancherorts wieder salonfähig geworden sind (wie die letzten Zahlen des DÖW – Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands – belegen).

Die Literatouren-Redaktion bringt diesmal Beiträge aus seinem Archiv, u. zw. ein Porträt und die Buchvorstellung zweier Holocaust-Überlebender, nämlich Arik Brauer – Maler, Grafiker und Sänger – sowie Ruth Klüger: Sie wurde im Alter von 11 Jahren mit ihrer Mutter nach Theresienstadt deportiert und später nach Groß-Rosen gebracht. Kurz vor Kriegsende gelang ihr die Flucht. Sie war Literaturwissenschaftlerin und veröffentlichte u. a. ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel weiter leben, die in dieser Sendung vorgestellt werden. Ruth Klüger starb 2020 in Kalifornien. – Arik Brauer (gest. 2021) überlebte als Kind untergetaucht in Wien, während sein Vater in einem Konzentrationslager zu Tode kam.

Das letzte Buch, das in dieser Sendung vorgestellt wird, stammt von David Grossmann und auch hier geht es um die Auseinandersetzung mit einem totalitären Regime, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Der Titel: Was Nina wusste. Dies ist ein Roman aus der Enkelin-Perspektive: Gili beginnt anlässlich des 90. Geburtstags ihrer Großmutter deren Vergangenheit zu erforschen und möchte einen Film darüber drehen: Diese war nämlich von Titos Geheimpolizei verhaftet worden und landete auf der Gefängnisinsel Goli Otok. Und damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt…

Mitarbeit an dieser Sendung: Helene Fuchs, Hilde Unterberger – (Foto: Holocaust Memorial Miami Beach/Florida)

Wie immer gibt’s eine Wiederholung am Mittwoch der Folgewoche (4. 2., 22 Uhr) und die permanente Nachhörmöglichkeit ab Erstausstrahlung unter diesem Link.

DO, 22. 1. 2026, 8 Uhr: ‚Der Paketzusteller‘ und einige mehr Lesetipps… (Wh. MI, 28.1., 22 Uhr)

… in der neuen Ausgabe von Freequenns Literatouren.

Mit frischem Schwung begrüßen wir euch zur neuen Sendung mit Buchvorstellungen, und das sind folgende:

Die Neuerscheinung von Richard Schuberth – Der Paketzusteller, rezensiert von Siegmund Klakl. Im Mittelpunkt steht die an Krebs erkrankte Protagonistin Gerhild, eine „Facebook-Queen“, die für die ‚totale Social Media-Existenz‘ eintritt. Doch dann trifft sie den Paketzusteller Haydar, hat eine Liebesaffäre mit ihm und setzt sich immer mehr auch mit der realen/analogen Welt auseinander…

Außerdem ein Roadmovie auf den Spuren eines Geschwisterpaares Zuzanna und Janko, das von Berlin aus zusammen nach Amerika aufbricht, um sich seinen Kindertraum zu erfüllen, nämlich bis an den Pazifik zu gelangen. Das wäre noch nicht so ungewöhnlich, wenn da nicht das unerbittliche Schicksal ständig mit im Bus/Zug/Auto mit dabei wäre, nämlich, dass Janko nur noch sechs Monate zu leben hat (Rift von Marina Schwabe, vorgestellt von Hilde Unterberger)

Dann noch ein Buch, das sich Martha Pesec-Foltin vorgenommen hat, es ist ein etwas älteres Buch und führt uns nach Prag und in das legendäre Café Slavia, wo sich erwiesenermaßen Gott und die (literarische) Welt und natürlich auch die Protagonisten dieses mitunter recht geheimnisvollen und skurrilen Romans ein Stelldichein geben und in dem immer wieder Realität und Fantasie verschwimmen. Roman CAFÉ SLAVIA von Ota Filip, dzt. vergriffen.

Und last but not least zum Drüberstreuen noch ein Roman von Ingrid Noll, besprochen von unserem vielseitigen Siegmund. Der Titel Gruß aus der Küche. Wie der Titel verrät, spielt der Roman im Gastro-Milieu und alle Noll-Fans werden gewiss auf ihre Rechnung kommen, auch wenn es sich – welch Überraschung – nicht um einen Krimi handelt!

Alle Beiträge wie immer nach der Erstausstrahlung auch zum Nachhören unter diesem Link.

Wir bedanken uns fürs Zuhören und ggf. auch für Rückmeldungen unter literatur@freequenns.at – Wir hören uns gerne wieder, z. B. schon nächste Woche zur selben Zeit, da geht es dann um Literatur und Kunst bzw. Gedenkkultur anlässlich des Holocaust-Gedenktages (am 27. Jänner) – an Hand von Beispielen von Arik Brauer und Ruth Klüger) bzw. in ihrer Auseinandersetzung mit totalitären Regimen – an Hand eines Romans von David Grossmann, der im Jugoslawien des Tito-Regimes angesiedelt ist.

DO, 15. 1., 8 Uhr – Andrea Nießner: Erster Schrei, letzter Seufzer

Vor vier Jahren (Anfang 2022) wurde von Literaturredakteurin Hilde Unterberger ein Telefongespräch mit der Salzburger Autorin Andrea Nießner über ihr 2020 bei der Bibliothek der Provinz veröffentlichtes Buch Erster Schrei, letzter Seufzer Mythen und Fakten zu Geburt und Tod aufgezeichnet. Die Sendung von damals wurde geringfügig bearbeitet und wird nun unserem Publikum nochmals zu Gehör gebracht. – Die Autorin, in ihrem Brotberuf Physiotherapeutin und damit naturgemäß recht oft an diesen prägenden Themen, geht es darin u. a. um Erfahrungen zwischen Anfang und Ende, weist aber auch weit darüber hinaus (Stichwort: medizinischer und genetischer Fortschritt und wie der Mensch damit umgeht.) In dem Gespräch erzählt sie jedoch auch über ihren Zugang zum Schreiben, ihre erste große Publikation Arme Haut. Die Wiederkunft des Wasenmeisters sowie Reisen nach Südamerika, in den Kaukasus und in den Iran, u. a. zusammen mit den im Ennstal bestens bekannten Literaturkollegen Bodo Hell und Peter Gruber.

Mehr Info über die Autorin hier auf ihrer Website.

Die Sendung wird am MI, 21. 1. 2026, um 22 Uhr wiederholt und ist als Literatur-Podcast unter diesem Link jederzeit nachhörbar.

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